"La Rivista di Engramma (online)" ISSN 1826-901X

165 | maggio 2019

9788894840605

titolo

Aby Warburg, Manet’s Déjeuner sur l’herbe

Die vorprägende Funktion heidnischer Elementargottheiten für die Entwicklung modernen Naturgefühls

kritische Ausgabe und italienische Übersetzung von Maurizio Ghelardi[1]

Traduzione italiana
English abstract

1 | Blideratlas Mnemosyne, Tafel 55 | Édouard Manet, Le Déjeuner sur l'herbe (Das Frühstück im Grünen), 1863, Öl auf Leinwand, Paris, Musée d’Orsay.

| (A) [40] 1 | Bei keinem modernen [2] Bild kann es dem Kunstrichter schwerer fallen, formale u. sachliche Zusammenhänge [3] mit der Tradition [4] als wesentlich mitbestimmend nachweisen zu wollen, als bei Manets Déjeuner sur l’herbe Entstanden wie [5] eine Vortragsfahne im Kampfe um lichtwendige Erlösung aus den Fesseln akademischer Virtuosität erscheint es ein mindestens [6] überflüssiges intellektuelles Beginnen, etwa [7] eine Entwicklungslinie durch die Jahrhunderte, von [8] Arkadien über Rousseau nach Battignolles ziehen zu wollen. Und doch hat Manet im Kampfe um die Menschenrechte des Auges das Vorbild des Giorgione heraufbeschworen, um das Zusammensein von bekleideten Männer und | (A) [41] 2 | nackten Frauen im Freien als an sich unrevolutionäre Sachlichkeit zu verteidigen. Brauchte sich, fragen wir uns heute, Manet, der Vorwärts schreitende zum Licht, durch Rückwärtswendung als getreuer Erbverwalter [9] vorzustellen, da er [10] doch durch seine unmittelbare [11] Gestaltung [12] die Welt erfahren [13] ließ, daß [14] Teilhabe am geistigen Gesamterbgut erst die Möglichkeit schafft, einen neue [15] Ausdruckswerte schaffenden [16] Stil zu finden, weil diese ihre Durchschlagskraft nicht aus der Beseitigung alter Formen, sondern aus deren [17] umgestalteter [18] Nuance [19] schöpfen. Der überpersönliche [20] Zwang mag für den Durchschnittskünstler eine untragbare Belastung bedeuten, für das Genie bedeutet diese [21] Auseinandersetzung einen Akt geheimnisvoller antäischer Magie, die den Neuprägungen erst die hinreissende Überzeugungskraft verleiht.

| (A) [42] 3 | Manet sprach von Giorgione, rief [22] aber mit keinem Worte die antike Plastik und [23] Rafael auf [24] zum Beistand gegen die Philister.

Gustav Pauli hat den Nachweis erbracht, daß die anscheinend so ungeniert lagernde Frühstücksgruppe [25] sich den Umrissen [26] italienisch klassizierenden Stils so genau anschließt, daß man das antike Vorbild und den italienischen Vermittler in einer der Kunstwissenschaft so selten gegönnten Exaktheit aufzeigen kann: Rafael zeichnete ein Parisurteil nach einem antiken Sarkophagrelief, das heute noch, eingemauert [27] in die [28] Fassade der Villa Medici (franz. Akademie der Künste), in Rom zu sehen ist und auf diesem Stich des | (A) 4 | Marc Antonio Raimondi finden sich in der Ecke unten rechts drei erdgebundene lagernde nackte [29] Halbgötter, die in ihrer Stellung zueinander die Bewegungen der Frühstückenden im Grase silhouettieren [30].

| (A) [44] 5 | In anscheinend ganz unbedeutenden Abweichungen im Spiel der Gebärden und des Gesichtes vollzieht sich um eine energetische [31] Umverseelung des dargestellten Menschentums. Aus der kultlich zweckgebundener Geste untergeordneter blitzfürchtiger [32] Naturdämonen auf dem antiken Relief vollzieht sich über den italienischen Stich die Prägung freien Menschentums, das sich im Lichte selbstsicherempfindet.

Pauli sagt von den Figuren des Stichs [33]:... nackt und schön und haben sich nichts zu sagen. Damit wäre [34] zierlich und scharf zutreffend gekennzeichnet, | (A) [45] 6 | was wir als Stimmungsdominante der Gruppe empfinden. Die heidnischen Vorfahren hatten es nicht so gut.

| [46] 1 [35] | Der Nachweis von Gustav Pauli, daß in Manets [36] Déjeuner sur l’herbe die formbestimmende [37] Erinnerung an eine typisch antikisierende [38] Komposition der italienischen Hochrenaissance [39] nachlebt, verdeckt durch [40] belustigende Überraschung [41] seine [42] kulturwissenschaftliche Bedeutung, die [43] bei eingehender Explizierung des Hintergründlichen [44] herauswächst. Pauli hat unbestreitbar nachgewiesen, daß die drei lagernden Figuren den Flußgöttern getreulich nachgebildet sind, wie sie, von Rafael nach einem antiken Sarkophag gezeichnet, von Marc-Antonio Raimondi auf | [47] 2 | seinem bekannten [45] großen Kupferstich (Das Urteil des Paris) gestochen wurden.

Auf diesem Stich bilden sie nur einen Teil, den rechten Flügel der Darstellung. Sie sind [46] das halbgöttliche Publikum, das [47] dem Preisrichter zusehen darf, wie er bei der verhängnisvollen Schönheitskonkurrenz die Apfelprämie verleiht.

2 | Blideratlas Mnemosyne, Tafel 55 | Marcantonio Raimondi, nach Raffael, Urteil des Paris, 1513-15, Kupferstich, Firenze, Gabinetto dei Disegni e delle Stampe, Gallerie degli Uffizi.

Man hat längst nachgewiesen, daß wir es [48] zwei antiken Sarkophagen, die heute noch erhalten sind, verdanken [49], so [50] eindrucksvoll ein Stück heidnischer | [48] 3 | Mythologie wiedererweckt zu haben [51].

In die [52] weitläuftige [53] Gartenfront der Villa Medici...sind [54] hoch oben wie auf einem Laufbildstreifen die Vorderseiten antiker Steinsärge eingemauert, die, als monumentale Reste über ganz Rom bis in die Kirchen hinein verteilt, in der Frührenaissance [55] die Hauptvehikel waren, auf denen sich die heidnische Götterwelt leibhaftig [56] in die Neuzeit gerettet hatte [57]. Hier befindet sich derjenige Marmorsarkophag, der für den italienischen Stich die Hauptmotive einlieferte.

| [49] 3 a | Der [58] andere Sarkophag mit dem Urteil des Paris [59],ebenso unbequem [60] der wissenschaftlichen [61] Betrachtung als besitzanzeigendes Dekorationsstück entzogen, befindet sich heute eingemauert in die Fassade des Casinos Doria Pamfilij. Von ihm wissen wir, daß er zu Raffaels archäologischer gestimmter Zeit zu den Stücken der Sammlung [62] des Ulysse Aldovrandi gehörte (Robert II n. 10).

3 | Blideratlas Mnemosyne, Tafel 4 | Urteil des Paris, römisches Sarkophagrelief, II Jh. n.C., Roma, Villa Medici.

4 | Bilderatlas Mnemosyne, Tafel 55 | Giulio Bonasone, Urteil des Paris, Ca.1565, Radierung und Burin, Bologna, Pinacoteca Nazionale Bologna.

| [50] 3b | Die beiden Sarkophage unterscheiden sich in der Behandlung der Sage dadurch, daß das Relief [63] in der Villa Medici [64] zwei Szenen im Vorspiel des trojanischen Dramas [65] wiedergibt: das Urteil des Paris links und rechts die Rückkehr der Venus zum Olymp. Auf [66] dem Pamfilij-Relief sieht man [67] nur das Urteil des Hirten auf dem Berge Ida veranschaulicht [68] und die 3 Göttinnen nehmen [69] kaum mehr Platz ein [70] als 3 Quellnymphen auf der linken Seite, die in ihrer schönen ausführlichen Körperlichkeit offenbar den Stecher veranlassten, hierin die Erzählung zu ergänzen, die sich im übrigen | [51] 3c | fast wörtlich [71] an den Sarkophag Medici hält. Nur eine, allerdings sehr bedeutsame Abweichung ist vorhanden: der nackte Held in der Mitte mit dem erhobenen Schild fehlt, und ebenso die [72] auffahrende Venus, die, von einer Nike geleitet, zum Olymp zurückkehrt.

| [52] 4 | Ein [73] anderer [74] Stecher, Bonasone, gab jedoch [75] die Sage mit allen Einzelheiten,[76] dem Sarkophag der Villa Medici entsprechend, wieder. | [53] 4a | [77] Bei ihm findet sich auch eben jenes bei Marc Anton fehlende [78] zweite Zentralmotiv [79] der ganzen Komposition: die Auffahrt der Venus.

| [54] 5 | Gleichermaßen [80] [81] dagegen stellen beide Stiche [82] die Gebieter der zornigen und strahlenden Lichtwelt, Jupiter als Blitzgott thronend, unter sich den Himmel als Schemel seiner Füsse, und Sol im Rhythmus von Tag und Nacht auf seinem [83] Sonnenwagen heranstürmend [84], in den Höhen dar [85].

Die [86] entscheidendsten Veränderung | [55] 6 | beim Vergleich beider italienischen Stiche werden wir [87] aber erst gewahr durch eine minutiöse Vergleichung der Allüren im Halbgötterpublikum [88]. | [56] 6a> | Bei Bonasone werden, den Sarkophagen entsprechend [89], die irdisch-halbgöttlichen Gestalten durch vier Figuren versinnbildlicht. | [56] 6b | Die Erdherrin [90] Tellus erscheint thronend [91], und neben ihr in erdgebanntem [92] Lagern drei Genien, deren Versuch der Aufrichtung des Oberkörpers zugleich schauende Ergriffenheit vor der himmlischen Erscheinung bedeutet.

| [58] 6c | Anders [93] [94], und damit auch von dem antiken Schema abweichend [95], auf dem Stich des Marc-Anton. Die Tellus ist fortgefallen [96]. Die Nymphe, die in der heidnischen [97] Kunst ekstatisch ihren Kopf zu dem Wunder oben emporrichtet [98], das sie mit adorierender Handbewegung begrüßt, wendet auf dem Stich [99] den Kopf [100] der beschauenden Außenwelt zu.

| [59] 6 | Sieht [101] man sich unter diesem Gesichtspunkt die künstlerisch so viel schlechtere Leistung des Bonasone an, so muß man diesem doch zugestehen, daß er das religiös Wesentliche des Sarkophags, dem Sinn der paganen [102] Gräberkunst entsprechend, treuer bewahrt hat als Marc-Anton.

Das Bild der Auffahrt [103] war | [60] 8 | doch wohl das metaphorische [104] Spruchband, das gleichsam [105], mit Auferstehungshoffnung beschrieben, den Toten im Marmorsarg [106] von den Zurückbleibenden mitgegeben wurde.

Angesichts [107] des Kupferstiches von Marc-Anton [108] scheint sich ein gradliniger Weg [109] furchtloser [110] Hingabe an die urtümliche [111] Güte und Schönheit der Natur zu eröffnen [112].

Freilich: [113] die übermächtige [114] Theophanie der Lichtgewalten | [61] 9 | am Himmel [115] hat sich [116] nicht verzogen,[117] und die terrestrisch gebundenen, lagerenden [118] Halbgötter verdanken eben ihre aesthetisch überzeugende Eigenschwere der Prägekraft des kultlichen Phobos [119].

In den Berg und an das Flußufer gebannt richten sie sich, sehnend oder fürchtend, zu einer lichten Höhe auf, der sie nicht angehören dürfen. Ihre Augen, gänzlich absorbiert von der terriblen Gotteserscheinung, | [62] 10 | gehören dieser an und sprechen sehnsuchtsvoll von lastender Noch-Körperlichkeit, die eben das Schicksal der Nicht-Olympier ist [120].

Vergleichen wir jetzt die drei Lagernden auf dem Déjeuner sur l’herbe mit dem Sarkophag und dem italienischen Stich, so ist das verbindende Glied der zum Zuschauer herausgewendete Kopf der Quellnymphe auf dem Marc Anton [121].

Nicht [122] nur, daß [123] sie,[124] die ja auch das Wunder der Auffahrt nicht mehr erblickt [125], den adorierenden Gestus momentaner Ergriffenheit [126] zu [127] | [63] 11 | vollziehen [128] keine Veranlassung mehr hat [129], nimmtsie von einem imaginären [130] Zuschauer Notiz, der auf Erden, nicht im Himmel zu suchen ist. Auf Manets dreistimmiger [131] Symphonie der Lagerung hat sich das [132] Zuschauerbewußtsein im Sinne des italienischen Stiches deutlich verstärkt: auch der Mann neben der französischen Nymphe sieht, mit den Augen festzugreifend, zum Bilde heraus.

| 10a | Den [133] Mittelpunkt des Stiches nimmt die vom Rücken gesehene weibliche [134] Figur ein [135], die im Begriffe steht, sich wieder zu verhüllen. Würden die Symbole intellektueller Herrschaftlichkeit, der Medusenschild und der bebuschte Helm, nicht zu ihren Füssen liegen, so würde man diese [136] Gestalt, die die Stelle des nackten Heros auf dem Sarkophag einnimmt, nicht als rückkehrende Minerva ansprechen, sondern ihr einfach Entfaltung weiblicher Schönheit unter mythologischem Vorwand als ihre dem derzeitigen Sinn für das Altertum stilgemäße Funktion ansehen.

| 10b | [137] Sie mag geradezu, als Typus jener weiteren [138] olympischen [139] Unbefangenheit [140] gelten, für den das körperliche Menschentum ein Spiegel höherer Humanität geworden und sicher nicht mehr hilfloses Objekt des unberechenbaren Zornes [141] dämonischer [142] Heidengötter ist.

Ebendiese [143] von Raffael und seiner Schule ausgehende archäologisierende Entrückung der Götter in das Reich der schein-plastischen Schönheit hat die für unsere kulturwissenschaftliche Einsicht verhängnisvolle Folge gehabt, daß wir | 10c | die [144] Heidengötter als Schiksalsmächte für die Hochrenaissance als überwundenen Aberglauben ansehen. Die astrologische Dämonie der Heidengötter muß eben als ihre ältere, eigentlichere, und die Periode der aesthetisierenden Vergeistigung überdauernde Urfunktion [145] angesehen werden.

5 | Blideratlas Mnemosyne, Tafel 55 | Blideratlas Mnemosyne, Tafel 55 | Marcantonio Raimondi, nach Raffael, Urteil des Paris, 1513-15, Kupferstich, Firenze, Gabinetto dei Disegni e delle Stampe, Gallerie degli Uffizi.
6 | Blideratlas Mnemosyne, Tafel 55 | E. Manet, Le Déjeuner sur l'herbe, particulier, 1863, huile sur toile, Paris, Musée d’Orsay.

Deshalb sind noch an der Decke des Galathea-Saales in der Villa Farnesina, bisher unbeachtet, die anscheinend so idyllisch zueinandergesellten [146] Götterfiguren [147] kosmische Schicksalsgewalten, Symbole der Konstellation des Agostino Chigi im Jahre seiner Geburt 1465 [148].

| [39] 10d | In [149] Italien brachte die Sehnsucht nach Ausgleich im Umkreise desselben Konstellationsfürchtigen A. Ch. ein Kunstwerk hervor, das man als eine Conciliazione zwischen Gott Vater und dem Jupiter Capitolinus [150] bezeichnen könnte: in der Kuppel, die sich über seinem [151] Grabe wölbt [152], übernimmt Gott Vater [153] durch [154] sieben jedem Planeten beigeordneten Engel die Schicksalsdämonen in den Dienst christlicher Vorsehung.

| [64] 11a | Den [155] Wandel der Stimmung, dem Sagenmotiv gegenüber, versinnbildlicht auf dem Kupferstiche des MarcAnton [156] die vom Rücken gesehene nackte Frau, die sich ihr Gewand über den Kopf werfen will. Auf den [157] Sarkophagen kommt das Motiv nicht vor – es mag nach einer antiken Statue geformt und auf die Minerva übertragen sein; die – der am Boden liegende Medusenschild und der bebuschte Helm müssen uns freilich erst darauf hinweisen, – wir vor uns haben [158] anstelle der in vollem Waffen-Schmuck wie ein zorniger Vogel zum Himmel aufrau | [65] 11b | schenden [159] beleidigten Tochter des Zeus auf den Sarkophagen. Das [160] pastorale Idyll mit der harmlosen Freude am schönen körperlichen Schein scheint sich als neues Kunstschauprinzip jeden leisesten Versuch einer [161] ernsthaften seelendramatischen mythologisierenden Einfühlung abzuweisen.

| [66] 12 | Eine willkommene Bestätigung für unsere Auffassung [162], die Narzissität der Menschen [163] im Bilde zum Maßstab zu machen für stilbildende Entwicklungsvorgänge, erhalten wir durch einen dritten antiken Sarkophag, der zunächst der Betonung des herausgewendeten [164] Nymphenkopfes als nicht-antik zu widersprechen scheint [165]. Aber gerade hier kommt [166] dem historisch-psychologischen Versuch die archäologische kritische [167] Denkmalskunde zu Hilfe: gerade diese Figur hat sich schon seit den Tagen Brauns und Jahns [168] als gefälscht erwiesen, wie sie denn auch heute aus der Komposition verschwunden ist [169].

| [68] 13 | Daß diese Fälschung jahrhundertelang [170] bei den Kunstkennern auch nicht den leisesten Anstoß [171] erregt hatte, spricht für den als mitstilbildenden [172] Kunstfaktor viel zu wenig untersuchten [173] sentimentmäßigen Auslesewillen der Gesellschaft, der sich im polaren Rhythmus von Annäherungstrieb [174] und Entfernungswillen zum künstlerisch gestalteten Leben bewegt, und dessen Phase von [175] den bildhaften oder sprachlichen Dokumenten der Zeit abzulesen eben die Aufgabe einer bisher nicht bestehenden | [69] 14 | kunstgeschichtlichen Kultur [176] ist.

Zwischen dem Urteil des Paris auf dem heidnischen Sarkophag und Manets Déjeuner sur l’herbe vollzieht sich der Umschwung in der Verursachungslehre, die elementaren Naturereignisse betreffend. Die immanente Gesetzlichkeit in den Naturvorgängen vertreibt als persönlich unfassbare Idee [177] das ganze hadernde Regierungskollegium mit seinen menschlichen Süchten vom Himmel. Wenn [178] auch das Siebenerkollegium der Planeten bis auf den heutigen Tag [179] als Schicksalslenker seine [180] Virulenz [181] in dem ungestörten astro | [70] 15 | logischen Aberglauben bewahrt hat, so sind doch die großen olympischen Götter, seit sie archäologisch sterilisiert wurden [182], nicht mehr Objekt des aktiven offiziellen Opferkultus [183].

[nicht nummeriert] | Freistatue [184] und Relief [185].

Praesens des Raumes führt z. d. Versuch, die Proportion d. materiell umgrenzten Körperlichkeit darzustellen, das eurhythmische Element d. Zahl wird innerhalb d. körperl. Umgrenzten gesucht. Auffangspiegel des praesent Umrissenen. Bedeutet verweilende Schau [186].

Auf den räumlichen Mitgrund bezogen, muß [187] die statuar. Betrachtung zur Perspektive führen, weil sie, von der ruhenden Auffangstelle aus die Vielheit der taktilen Werte in [188] ihren verkürzt an die Oberfläche tretenden Signalen zu sammeln versucht.

Das Relief ist Ausdruckträger [189] des auf die Zukunft gerichteten Willens. Es will verfolgt sein wie ein Festzug, der vorbeizieht. Es drängt nicht auf Fixierung des Zuschauer-Standortes.

| [72] a | Mit der im Geist Leonardos fortschreitenden vergleichenden Betrachtung der durch ihren körperlichen Aufbau bedingten menschl. Existenz trieb der europäische Genius von der Seite des mikrokosmischen Gefallens in derselben Richtung vor, zu der die makrokosmisch verknüpfende Schau etwa [190] von Seiten eines [191] Kopernikus hinstrebte. Heliotropische Ergriffenheit, die nach dem immanenten Gesetz in der Erscheinungen Flucht unablenkbar verlangte [192].

Die alten menschenförmig gestalteten Heidengötter mußten ihren Rückzug als kosmische [193] Ursächler antreten, im Süden wie im Norden [194].

| [63] a1)? | Aber hatte Italien nicht um der Größe und Herrlichkeit wegen seine Humanität, sondern weil man den homo als Objekt überpersönlicher aber berechenbarer Gewalten im zeitlichen Rhythmus irdischen Geschehens erkannte,[195] trat das [196] Zwischenreich zwischen bildhaften und zahlenmäßigem Denken, die [197] antike Götterwelt, im Norden in Funktion wie im Süden.

| [74] b | vergleichen wir jetzt die Stiche von Rafael-Raimondi und Bonasone mit Dürers Melancholie, an die wir ein Juditium annuale des Doctor Gorgwirus von 1516 heranbringen wollen, so begreifen wir [198] als Auseinandersetzungsprozess mit Schicksalsdämonen, was wir nur als Ateliervorgang zu verbuchen gewohnt sind.

| [65] c)? | Menschliches Schicksal od. kosmisches Geschehen
(Die Umkehr der Interessensphäre.
Der Eintritt der aesthetischen Schau.)

Die unbefangene Freude und daraus im Sinne Leonardos resultierende vergleichende [199] Betrachtung [200] der durch ihren körperl. Aufbau bedingten [201] menschl. Existenz [202] war die eine mikrokosmisch erleuchtete [203] Kraft, die zur Erkenntnis der latenten dynamischen Gesetzmäßigkeit [204] durchbrechend vortrieb [205].

Ihr Nährboden ist der nach d. Harmonie im gegebenen Umfange suchende Schönheitstrieb der künstlerischen Kultur d. Renaissance, hinter dem sich der Aufklärungswille dem Chaos gegenüber mit d. gleichen lichtwendigen Energie regt, wie in den Versuchen d. Mathematiker [206]. Von [207] den Erscheinungen der makrokosmischen [208] Bedingtheit [209] des Menschen ausgehend, drängte [210] die mathematische Kosmologie ebenfalls [211] auf Entdeckung der latenten dynamischen Gesetzmäßigkeit [212].

| [66] 16 | Die [213] unlogische Fülle italienischer Kunstschöpfung hat ein Kunstwerk hervorgebracht und erhalten, das für den evolutionistisch gestimmten Kunstbetrachter als Objekt geradezu die Postulate eines Zwischenkieferknochens erfüllt. Als Wandschmuck im ethnologischen Museum der Villa d‘Este in Tivoli erblickt man ein Parisurteil etwa von 1630, das in einer Symbiose [214] von antikisierender Staffage und niederländischer | [77] 17 | Landschaft [215] das Urteil des Paris repräsentiert. Der Stich des Marc-Anton bestimmt bis in das Letzte die Figurenwelt, deren Landschaft dagegen einen durchaus holländischen Charakter trägt, wie ihr etwa Jan Botz seinen Paysagen verleiht. Die drei Flußgötter sind nicht mehr im Bann des Terribile in den Lüften [216].

Die Nymphe mag sich ruhig nach außen wenden, denn die beiden männlichen Götter fesselt nur ein alltägliches Schauspiel: eine | [78] 18 | kleine [217] Reisegesellschaft sucht ein Gewässer zu überschreiten, über dessen ungefährliche Flachheit zwei im Wasser stehende Kühe uns beruhigen. Es liegt also [218] kein Grund vor, hier [219] bedrohliche Elementarereignisse durchgewaltige Naturdämonen [220] in pagan ursachensetzendem [221] Gestaltungswillen erfassen zu wollen [222].

Die holländisch so bodenständig anmutende [223] Kuh auf der Bergspitze links geistesgeschichtlich einzuordnen (etwa so, daß sie einen [224] Berggott vertritt) verbietet die Tatsache, daß auf dem Sarkophag [225] d. Villa | [79] 19 | Medici [226] [227] gerade [228] ein mächtiges [229] Rindvieh [230] als [231] imposantes Schau-Stück [232] der [233] Herde des Paris mitgegeben ist. Wie dem auch sei, die Sehnsucht nach der Natur, diese ewige Beigabe des im [234] befestigten Gemeinwesen gefangenen [235] Menschen [236], verlangt die [237] Erfüllung ihres Urrechts. Manet hatte seinen Rousseau gelesen.

Textkritische Apparate

[1] [Warburg hat den vollständigen Titel der maschinengeschriebenen Fassung vorangestellt, während das Manuskript nur mit “Manet” überschrieben ist].
[2] [Bei keinem modernen Bild: zuerst Kein modernes Bild am Rand gestrichen Manets].
[3] [formale u. sachliche Zusammenhänge: zuerst nach Zusammenhängen].
[4] [Tradition: danach gestrichen form].
[5] [wie: davor gestrichen als]
[6] [mindestens: Interlinearzusatz]
[7] [etwa: Interlinearzusatz]
[8] [von: zuerst vor]
[9] [getreuer Erbverwalter: zuerst pietätvoller Erbgutverwalter]
[10] [da er: Interlineazusatz gestrichen sich]
[11] [seine unmittelbare: Interlineazusatz]
[12] [Gestaltung: zuerst Neugestaltung]
[13] [die Welt erfahren: zuerst den in ihm lebenden aufleuchten]
[14] [daß: zeitlose danach gestrichen]
[15] [neue: zuerst neuen]
[16] [Ausdruckswerte schaffenden: Interlineazusatz]
[17] [deren: zuerst dem]
[18] [umgestalteter: zuerst umgestaltenden]
[19] [aus der Nuance ihrer Umgestaltung: Randzusatz]
[20] [überpersönliche: Randzusatz]
[21] [diese: zuerst die]
[22] [rief: zuerst erwähnte]
[23] [die antike Plastik und: Interlineazusatz]
[24] [auf: danach gestrichen und die]
[25] [gruppe: Interlineazusatz]
[26] [den Umrissen: zuerst in]
[27] [eingemauert: Interlineazusatz]
[28] [die: zuerst der]
[29] [nackte: Interlineazusatz]
[30] [silhouettieren.: danach gestrichen Rafael, Marc Anton]
[31] [energetische: Interlineazusatz]
[32] [blitzfürchtiger: Interlineazusatz]
[33] [von den Figuren des Stichs: Interlineazusatz]
[34] [wäre: danach gestrichen vollkom]
[35] [Der Nachweis: in der rechten oberen Blattecke Warburgs Zusatz 27.III.929]
[36] [in Manets: zuerst Manet in dem]
[37] [die formbestimmende: zuerst eine eindrückliche]
[38] [typisch antikisierende: Interlineazusatz danach gestrichen italien]
[39] [der italienischen Hochrenaissance: zuerst die man als typisch für die ital. Hochrenaissance bezeichnen kann,]
[40] [durch: zuerst dadurch, daß er so überraschend amüsant ist, Interlineazusatz gestrichen seit]
[41] [belustigende Überraschung: Randzusatz unterstrichen mit Bleistift]
[42] [seine: zuerst die]
[43] [Bedeutung, die: danach gestrichen aus ihm, wenn man das Hintergründliche expliziert]
[44] [bei... Hintergründlichen: Randzusatz Explizierung des Hintergründlichen unterstrichen mit Bleistift]
[45] [bekannten: zuerst berühmten]
[46] [sind: danach gestrichen ja nur]
[47] [Publikum, das: danach gestrichen als Zuschauer der antiken Schönheits]
[48] [daß wir es: zuerst daß sich]
[49] [verdanken,: davor gestrichen in]
[50] [so: davor gestrichen die Ehre teilen dürfen]
[51] [wiedererweckt zu haben: zuerst wiederzuerwecken]
[52] [In die: davor gestrichen In der Villa Medici]
[53] [weitläufige: danach gestrichen Rück]
[54] [sind: zuerst ist wie]
[55] [in der Frührenaissance: Interlinearzusatz]
[56] [leibhaftig: Interlinearzusatz]
[57] [gerettet hatte.: danach gestrichen So befand sich auch wahrscheinlich dieser Sarkophag, schon nach einer Nachricht des Aldovrandi, zu Zeiten Rafaels besser sichtbar]
[58] [Der: die Blattpaginierung 3 a zuerst 3 a b]
[59] [Der andere Sarkophag mit dem Urteil des Paris,: Randzusatz]
[60] [ebenso unbequem: Interlinearzusatz]
[61] [der wissenschaftlichen: zuerst der für die wissenschaftliche]
[62] [Stücken der Sammlung: zuerst Sammlungsstücken]
[63] [Relief: davor gestrichen in]
[64] [Medici: Interlinearzusatz]
[65] [Szenen… Dramas: zuerst Akte des Dramas]
[66] [Olymp. Auf: zuerst Olymp, während auf]
[67] [sieht man: zuerst wird]
[68] [des Hirten... veranschaulicht: zuerst gefällt wird, inmitten]
[69] [nehmen: Interlinearzusatz]
[70] [ein: zuerst einnehmen]
[71] [wörtlich: zuerst genau]
[72] [ebenso die: danach gestrichen von der Nike in ihrer Auffahrt]
[73] [Ein: die Blattpaginierung 4 zuerst 4 a]
[74] [Ein anderer: zuerst Der]
[75] [jedoch: davor gestrichen aber]
[76] [Einzelheiten,: danach gestrichen wieder wie auf]
[77] [Bei ihm: davor gestrichen (Robert Der andere Sarkophag mit dem Urteil des Paris, der jetzt ebenso unbequem für die Be-trachtung in eine Frontmauer des Casinos Doria-Pamfilij eingemauert ist und wie der erste zu Rafaels Zeiten in einer Antikensam-mlung befand, (man darf sogar an eine bestimmte Sammlung denken). Er gab für die linke Hälfte des Stiches den Schematismus der Komposition hauptsächlich, durch die Gestalten der drei Quellnymphen, ab. Den ganzen Inhalt des Sarkophages der Villa Medici gab, wenigstens was die Einzelmotive angeht, der Stecher Bonasone.]
[78] [eben... fehlende: zuerst das]
[79] [Zentralmotiv: zuerst Hauptmotiv,]
[80] [Gleichermaßen: die Blattpaginierung 5 zuerst 4 a]
[81][Gleichermaßen: davor gestrichen Dagegen haben Bonasone wie Marc Anton]
[82] [Gleichermaßen... Stiche: Interlinearzusatz]
[83] [auf seinem: zuerst im]
[84] [als Blitzgott... heranstürmend: zuerst und Sol]
[85] [dar: zuerst dargestellt]
[86] [Die: zuerst Der]
[87] [werden wir: zuerst ergibt]
[88] [Halbgötterpublikum.: danach gestrichen Abgesehen davon, daß die Erdgöttin (Tellus) sich bei Bonasone hinzugesellt hat (nach Sark. Robert n. 11 Doria Pamfilij (dem Medici-Sarkophag entsprechend) wird die drei liegenden Figuren in gesteigerter innerer Aktivität in ihrer Aufmerksamkeit durch die Erscheinung begrüßen die drei lagernden Figuren pathetisch die Erscheinung des Himmelsvaters, zu dem sie heraufblicken; ja]
[89] [werden... entsprechend: zuerst wird das Reich]
[90] [Erdherrin: zuerst thronende Göttin]
[91] [thronend,: Randzusatz]
[92] [ihr... erdgebanntem: zuerst ihren untergeordneten in erdgebundenerem]
[93] [Anders: die Blattpaginierung 6 c zuerst 6 a]
[94] [Anders: davor gestrichen Bei Bonasone wird die Welt der erdgebundenen Genien durch vier Figuren versinnbildlicht. Die thronende Göttin Tellus selbst hat sich, den Sarkophagen entsprechend, in sitzender Stellung dazugesellt. Aber nur die drei Hal-blagernden gehen in leidenschaftlicher Andacht auf.]
[95] [und damit... abweichend,: Interlinearzusatz]
[96] [Die Tellus ist fortgefallen.: Randzusatz]
[97] [die in der heidnischen: zuerst die die heidnische]
[98] [in der heidnischen... emporrichtet: zuerst die heidnische Kunst in anbetender Ergriffenheit den Kopf zu dem Wunder oben hinaufrichten lässt]
[99] [Stich: danach gestrichen, in beinahe koketter Aufmerksamkeit auf Erden suchend,]
[100] [den Kopf: danach gestrichen heraus]
[101] [Sieht: davor gestrichen die Nymphe, die bei Marc Anton so in sich ruhend den Kopf zum Zuschauer herauswendet, begleitet bei Bonasone ihren in andächtigem Schrecken aufgerichteten Kopf mit der adorierend erhobenen rechten Hand.]
[102] [der paganen: zuerst der]
[103] [Bild der Auffahrt: zuerst Auffahrtsgedanke]
[104] [metaphorische: am Rand gestrichen tertium]
[105] [gleichsam: Interlinearzusatz]
[106] [Marmorsarg: danach gestrichen der auf eine Auferstehende Tote]
[107] [Angesichts: zuerst Man ist also angesichts Interlinearzusatz gestrichen: Sind wir]
[108] [Marc Anton: danach gestrichen auf dem Wege zum aesthetischen Diesseits? Die drei sitzenden Halbgötter sind auf dem bestenWege, Paulis Ausspruch zu rechtfertigen: sie sitzen da, nackt und schön, und haben sich nichts zu sagen.]
[109] [Weg: danach gestrichen zwiefach zum urtümlichen Vertrauen zur geistigen Natur zu eröffnen]
[110] [furchtloser: davor gestrichen des Glaubens an dieser]
[111] [urtümliche: davor gestrichen Güte]
[112] [scheint... eröffnen.: Randzusatz, davor gestrichen scheint sich gradlinig der Weg zu freiem Naturgefühl]
[113] [Freilich: zuerst Immerhin danach gestrichen am Rimmel die drohende]
[114] [übermächtige: davor gestrichen herrliche]
[115] [am Himmel: zuerst Götterpandämonium]
[116] [sich: danach gestrichen noch]
[117] [verzogen, und: zuerst verzogen; und vergessen wir nicht, daß wir jetzt dieses Lagern am Rand gestrichen wir wollen nicht ver-gessen, daß die aesthetisch überzeugende Eigenschwere die Lagernden]
[118] [lagernden: Interlinearzusatz]
[119] [verdanken... Phobos.: zuerst ihrem Entstehen nach als kultlich phobisch bedingt bezeichnen müssen.]
[120] [ist.: am Rand gestrichen Einfügung 10 a. 10 b. 10 c. 10 d]
[121] [auf dem Marc Anton: Interlinearzusatz]
[122] [Nicht: davor gestrichen Sie ist zuschauerbewußt und von mangelhafter Andacht.]
[123] [daß: zuerst erspart]
[124] [sie,: danach gestrichen sich]
[125] [die ja... erblickt,: Randzusatz]
[126] [Ergriffenheit: danach gestrichen nicht mehr]
[127] [zu: am unteren Seitenrand, Warburgs Hand Erst 11, dann]
[128] [vollziehen: am oberen Seitenrand, Warburgs Hand nach 10]
[129] [keine... hat,: Randzusatz]
[130] [imaginären: danach gestrichen irdischen]
[131] [dreistimmiger: zuerst dreifache]
[132] [sich das: zuerst sich die danach gestrichen um]
[133] [Den: die Blattpaginierung 11 zuerst 10 a am oberen Seiterand write this extra]
[134] [weibliche: Interlinearzusatz]
[135] [ein,: am Rand, doppelt unterstrichen? ungültig]
[136] [diese: zuerst in dieser]
[137] [mag geradezu: davor gestrichen scheint uns so recht]
[138] [weiteren: Interlinearzusatz]
[139] [olympischen: davor gestrichen durch die Archäologie]
[140] [Unbegangenheit: zuerst Heiterkeit]
[141] [des... Zornes: zuerst ihres dämonischen Zornes]
[142] [dämonischer: zuerst der dämonischen]
 [143] [Ebendiese: davor gestrichen Sicher]
[144] [die: die Blattpaginierung 10c zuerst 11]
[145] [Urfunktion: am Rand Gestalt Urphänomen]
[146] [anscheinend... zueinandergesellten: Randzusatz]
[147] [Götterfiguren: zuerst Götterpaare]
[148] [1465.: danach gestrichen Italienische antikisierende harmonikale Philosophie versuchte 10d durch die in der wohlgeordneten Weiträumigkeit ihres Weltbildes den paganen Sterngeistern die Unberechenbare]
[149] [In: die Blattpaginierung 10d zuerst 11]
[150] [dem Jupiter Capitolinus: davor gestrichen Zeus also]
[151] [seinem: zuerst dem]
[152] [brachte... wölbt,: zuerst sorgte der innere architektonische Sinn für den Versuch einer Ausgleichung zwischen unbere-chenbarer antiker Dämonie und dem Glauben an christliche Vorsehung: in der Kuppel, die sich über dem Grabe des konstella-tionsfürchtigen Agostino Chigi wölbt, danach gestrichen wo in der oben Gott Vater durch seine den jedem Planeten beigegebenen Erzengel den Lauf der Wandelsterne unter Kommando nimmt]
[153] [übernimmt Gott Vater: zuerst Gott Vater übernimmt]
[154] [durch: danach gestrichen die]
[155] [Den: die Blattpaginierung 11a zuerst 10a]
[156] [Marc Anton: am Rand besser vielleicht “Ungültig”]
[157] [den: Interlinearzusatz]
[158] [haben: zuerst haben]
[159] [schenden: die Blattpaginierung 11b zuerst 10b]
[160] [Das: danach gestrichen Strandidyll]
[161] [leisesten Versuch einer: Interlinearzusatz]
[162] [unsere Auffassung, die: zuerst unseren Maßstab der]
[163] [der Menschen: zuerst des Menschentums]
[164] [herausgewendeten: zuerst herauswendend]
[165] [scheint.: am Rand NB. Thermen-Museum nº... früher Villa Ludovisi]
[166] [kommt: danach gestrichen uns]
[167] [archäologische kritische: zuerst technische]
[168] [schon... Jahns: Randzusatz]
[169] [Eine... ist: zuerst | [66] 12 | Eine dritte Sarkophag-Darstellung des Paris-Urteils aus der Villa Ludovisi, heute im Thermen-Museum mahnt anscheinend zur Vorsicht bei durchgreifenden Kunstpsychologismen, denn hier findet sich rechts die herausschau-ende Nymphe schon fast genau so, in derselben Narzissität wie auf dem Stich: kein Beweis, sondern vielmehr eine Bestätigung un-serer Psychologie der mitstilbildenden Funktion, “modernen” Zeitgeschmacks, denn Braun und Jahn haben längst nachgewiesen, daß dies eine auf der Komposition des Stiches beruhende, fälschende Ergänzung aus dem Geist der Renaissance-Zeit heraus ist.]
[170] [jahrhundertelang: zuerst nicht nur ruhig hingenommen]
[171] [auch nicht den leisesten Anstoß: Interlinearzusatz]
[172] [mitstilbildenden: zuerst mitbildenden]
[173] [untersuchten: davor gestrichen beachteten]
[174] [Annäherungstrieb: zuerst Annäherungswillen]
[175] [von: zuerst aus]
[176] [kunstgeschichtliche Kulturwissenschaft: zuerst kulturwissenschaftliche Kunstgeschichte]
[177] [vertreibt... Idee: zuerst wird als Theodizee]
[178] [Wenn: zuerst Die zwölf Götter, wenn]
[179] [bis... Tag: Randzusatz]
[180] [seine: Interlinearzusatz]
[181] [Virulenz: zuerst virulent bleibt]
[182] [sterilisiert wurden,: zuerst katalogisiert werden können, aus den Gotteshäusern in die Museen abgewandert]
[183] [Opferkultus.: am unteren Seitenrand Hier am besten “Kosmologie”?]
[184] [Freistatue: davor Seite | [71] | Kosmologie gestrichen, darunter Theoretisches im Zushang mit “Manet” darunter nach 15?]
[185] [Freistatue und Relief.: am oberen rechten Seitenrand]
[186] [Schau.: darunter Querstrich]
[187] [muß: danach gestrichen daher]
[188] [in: zuerst aus]
[189] [Ausdruckträger: davor gestrichen Signal des]
[190] [etwa: Interlinearzusatz]
[191] [eines: davor gestrichen der]
[192] [verlangte.: darunter Querstrich]
[193] [kosmische: Interlinearzusatz]
[194] [Norden.: danach gestrichen Aber die Halbgötter in den Seen und auf den Bergen verwandeln sich in schauendes Men | [74] b | schentum, weil die Götter am Himmel ihre Übermenschlichkeit als schönen Schein körperlicher Verklärung den Menschen-kindern wenigstens im Kunstwerke verliehen, während sie]
[195] [erkannte,: Interlinearzusatz]
[196] [trat das: zuerst entstand als]
[197] [zwischen bildhaften und zahlenmäßigem Denken, die antike: zuerst der antiken]
[198] [wir: zuerst wir,]
[199] [Freude... vergleichende: Interlinearzusatz]
[200] [Betrachtung: danach gestrichen des körperl. Seins u. d. kosmischen Geschehens]
[201] [durch... bedingten: Interlinearzusatz]
[202] [Existenz: danach gestrichen zusammen]
[203] [mikrokosmisch erleuchtete: zuerst vortreibende]
[204] [die zur... Gesetzmäßigkeit: zuerst im Tunnel des Mittelalters]
[205] [vortrieb.: zuerst vortrieb, während von]
[206] [künstlerischen... Mathematiker: zuerst Italiener]
[207] [Von: zuerst Diese von]
[208] [makrokosmischen: zuerst kosmischen]
[209] [Bedingtheit: davor gestrichen Welt]
[210] [drängte: davor gestrichen führte]
[211] [ebenfalls: danach gestrichen zur Erkenntnis]
[212] [Gesetzmäßigkeit.: im Ms. Gesetzmäßigkeit,]
[213] [Die: die Blattpaginierung 16 zuerst 13]
[214] [in einer Symbiose: zuerst in jener damals üblichen Kreuzung]
[215] [Landschaft: die Blattpaginierung 17 zuerst 14]
[216] [Lüften.: zuerst Lüften, die beiden bärtigen sehen fesselt auf ein]
[217] [kleine: die Blattpaginierung 18 zuerst 15]
[218] [also: Interlinearzusatz]
[219][hier: danach gestrichen nach]
[220] [durchgewaltige Naturdämonen: zuerst dämonische Naturgewaltige durch vorgreifende]
[221] [pagan ursachensetzendem: zuerst paganem]
[222] [wollen.: danach gestrichen wie auch die bewaldete Bergshöhe links]
[223] [holländisch... anmutende: zuerst mächtige im Ms. anmutende,]
[224] [einen: zuerst ein]
[225] [Sarkphag: danach gestrichen auf]
[226] [Medici: die Blattpaginierung 19 zuerst 16]
[227] [Medici: danach gestrichen Paris der Hirte]
[228] [gerade: Randzusatz]
[229] [mächtiges: zuerst imposantes]
[230] [Rinvieh: danach gestrichen unter seiner Herde]
[231] [als: zuerst das]
[232] [Schau-Stück: zuerst Stück]
[233] [der: zuerst seiner]
[234] [im: zuerst in der]
[235] |[gefangenen: zuerst befangenen]
[236] [Menschen: zuerst Urmenschen]
[237] [die: davor gestrichen ihr]

English abstract

In this issue, Engramma n. 165 presents Aby Warburg’s essay on Manet’s Déjeuner sur l’herbe with an Italian translation by Maurizio Ghelardi. The edition is a draft dating back to March 1929. The manuscript text is by G. Bing (WIA 101.5 = 116.1.1). There is also a second typewritten version (probably made by G. Bing and E. Gombrich, WIA 116.2.1), only partially identical to the first handwritten version, which together with the Introduction to Mnemosyne and the conference on Boll, was published in the volume (Geburtatlas) prepared to celebrate Max Warburg’s seventieth birthday on 5 June 1937 (see WIA 109.5.2; see also Engram n. 151). A printed version of the typewritten version can be found in Kosmopolis der Wissensehaft. E.R. Curtius und das Warburg Institute. Briefe und andere Dokumente, published by D. Wuttke, Baden Baden, 1989, 262-272, and an Italian version published in "Aut-Aut" 199-200 (1984), 40-45. Some important references to this research on Manet can be found in A. Warburg, Tagebuch der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg, published by Ch. Schoell-Glass and K. Michels, Berlin 2001 (a partial translation of Diario romano. 1928-1929, edited by M. Ghelardi, Torino 2005). Panel 55 of Mnemosyne is also fundamental: this draft on Manet, elaborated by Warburg during his last stay in Rome, was probably amied at a deeper analysis of the Panel.

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